Weihnachtsgeschichte

 

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Er wurde in dem Dorf seiner Ahnen geboren, Wurzeln mindestens 1000 Jahre alt, als Fremder in einem Stall. Noch viel Fremdere kamen aus dem Osten (irgendwo vom Irak oder Iran), ihn zu ehren, mindestens 1000 Kilometer weit, fanden ihn, nachdem sie den befremdlichen König, Vasall der fremden Besatzungsmacht (Rom, Luftlinie 2300 km in die andere Richtung) befragt hatten, der dann mordend Anlass dafür war, dass die Familie in die Fremde flüchten musste, nach Ägypten.

Als er dann in eine fremde Stadt heimkehrte, aufwachsend sogar seine Eltern befremdete, begann er öffentlich zu reden, was anfänglich gefiel. Recht bald war er ihnen aber allen letztendlich so fremd geworden, dass sie ihn ans Kreuz nagelten, damit er hängend zwischen Himmel und Erde, beiden entfremdet, den Erstickungstod starb, endlich eine Ruhe gab. Johannes beschrieb es später so: „Er kam in das Seine und die Seinen nahmen ihn nicht an […*]“.

Die Indizien sprechen dafür, dass er befremdlicher weise auferstand. Dann schickte er die wenigen, welche sich ihm zugehörig zeichneten in die Fremde, was diese als äußerst befremdlich empfanden, um unter Lebensgefahr seine Ideen zu verbreiten, welche allen rundherum fremd waren. Paulus bringt es auf den Punkt: „Den Juden ein Skandal, den Griechen eine Torheit“.

Wer sich dann trotzdem der Idee anschloss, wurde in Folge den seinen oder ihren entfremdet. So sehr, dass sie oder er mitunter alle Feindseligkeiten, welche die ihren oder seinen nur ersinnen konnten, alles Erdenkliche bis hin zum Tod erleiden musste. Dies ging so lange, bis irgend ein Kaiser, der gerade der Mächtigste seiner Zeit war, nachdem er mordend heimgekehrt, erklärt hatte, dass nun das Festhalten an der Idee des Fremden nicht mehr unter Todesstrafe stünde. Ein anderer hat dann etwas später bestimmt, dass die Idee des Fremden die Ideologie des Staates zu sein hätte, also alle nun so denken mussten, ungeachtet der Tatsache, wie fremd das den Bürgern war und wie weit sich die Ideologie mittlerweile von der ursprünglichen Idee entfremdet hatte.

Wie dem auch sei, die neue Idee wurde den Fremden im Westen, dann im Norden und Osten aufgezwungen, nicht zimperlich, wie die Bücher berichten, und zwar so lange, bis die Idee nach Jahrhunderten sich so entfremdet war, dass sie sich selbst kaum mehr wieder erkannte. Die Bürger aber meinten endlich, dass die Idee nun die ihre sei. Das ging so weit, dass sie vergaßen, dass sie nun einen Fremden aus dem Südosten verehrten. So brachten sie mordend den Tod zu allen Fremden, welche andere Ideen in sich trugen, insbesondere zurück in den Südosten und weil man schon dabei war, auch gleich rund um die Welt.

Aber auch im Westen und Norden weckte sich der Widerspruch zu der sich selbst völlig entfremdeten Lehre und so ging auch hier das Morden weiter, bis endlich einige aufstanden, zur Vernunft riefen! Es brauchte noch einige Kriege, einige Millionen Niedergemetzelte, auch wurde es nie wirklich ruhig, das Meucheln nie ganz verlernt, aber es beruhigte sich zumindest mancherorts. Wobei hie und da sickern heute noch mordende Ideen aus dem Südosten zurück in den Nordwesten und erschüttern das Gebälk.

Die Fremden jedoch bleiben fremd, nicht nur in der Fremde, in der wir die Fremden sind. Es wird weiterhin allerorten gemordet, erschossen, erstochen, verjagt, gelyncht, gemetzelt, ertränkt, oft einfach nur verleumdet, Geld verdient, ignoriert, gemauert, verboten, verhindert, vernachlässigt, verlacht, damit die Fremden, in der Fremde interniert, für fremde Absichten missbraucht, endlich von selbst verrecken und eine Ruhe geben.

Fremd bleibt aber die Idee des in seiner Ahnenstadt fremd Geborenen, der diese Welt das Seine nennt: „Liebe Deinen Nächsten (den Fremden!) wie Dich selbst.“ – so was Verrücktes!

 

* wichtiger Hinweis: selber lesen.

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